Tag 54: Das familienfreundliche Great Barrier Reef

Eine der größten Fragen, die ich mir bei der Planung dieser Reise gestellt habe, wird heute gelöst. Wie können wir ein, wie ich finde, absolutes Highlight wie das ‚Great Barrier Reef‘ als Familie angemessen erleben?

Das Schiff, der von uns gebuchten Tour legt um 10:00 Uhr am Hafen von Port Douglas ab. Das ist super, so haben wir genug Zeit zu Frühstücken und Nicolas fertig zu machen. Dazu passt, dass unser Camping Platz nah am Hafen liegt. So können wir den Camper stehen lassen und zu Fuß mit Nicolas im Kinderwagen zum Schiff gehen.

Wir haben uns für die ‚Wavepiercer‘-Tour von ‚Quicksilver‘ entschieden. Gegenüber anderen Touren hat diese ein paar Vorteile für uns als Familie. Die Tour besteht aus zwei Teilen: Transport und Erkundung. Mit einem schnellen, mehrere hundert Personen fassenden Boot wird man zu einer im Riff befestigten Ponton-Insel gebracht, von der aus die Unterwasserwelt entdeckt werden kann. Schnorcheln, ‚Halb-Unterwasser-Boot‘ Fahren und ein Unterwasserobservatorium sind im Preis mitinbegriffen. So kann einer von uns alleine Schnorcheln gehen, während der andere mit Nicolas z.B. in dem Halb-Unterwasser-Boot fährt. Ein weiterer Vorteil dieser Tour ist, dass man den Kinderwagen sowohl an Bord des Schiffes als auch auf der Ponton-Insel nutzen darf. Andere Touren auf kleineren Schiffen hätten zwar mehrere Schnorchelstellen angefahren. Dort hätte aber immer nur einer von uns Schnorcheln gehen können, während der andere mit Nicolas auf dem Schoss im Boot hätte sitzen bleiben und warten müssen.

Wir gehen am morgen rechtzeitig los und sind entspannt zum Auslaufen vor Ort. Da die künstliche Insel im sogenannten ‚Outer Reef‘ liegt, genauer in den ‚Agincourt Ribbon Reefs‘, führt die Route dahin vorbei an ein paar Inseln des ‚Inner Reefs‘, wie den Lower Isles. Ausser den schönen Ausblicken auf Küste und Inseln gibt es auf der Fahrt Vorträge eines Meeresbiologen (mit dem Anja sich dann auch noch lange unterhält) und eine Einführung in das Schnorcheln. Nach 90 Minuten legen wir an. Ich übernehme die erste Runde Schnorcheln, während Anja mit Nicolas U-Boot fährt und das Mittagsbuffet plündert.

Für alle Schnorchler ist ein bestimmtes und überschaubares Areal abgesteckt. Mit der ausgeliehenen Unterwasserkamera mache ich viele Fotos, allerdings ist die Handhabung und vor allem die Sichtbarkeit der Bilder auf dem Display der Kamera unter Wasser nicht ideal. Da dies das erste Mal seit Jahren ist, dass ich schnorcheln gehe und das erste Mal überhaupt, dass ich unter Wasser fotografiere, brauche ich viel Zeit, um die schönen Punkte und Fische zu finden und noch länger, um gute Bilder davon zu machen. Das Areal ist für mich also groß genug. Für versiertere Unterwasserfotografen gibt es aber sicher andere Touren, die sinnvoller sein mögen.

Als ich zum Schiff zurückkehre, übergibt Anja mir Nicolas und geht selber schnorcheln. Ich nehme Nicolas dann nach dem nun dringend notwendigen Mittagessen in die Trage und mache mit ihm eine weitere Tour im U-Boot, wo er zuerst auffallend fröhlich ist, um kurz darauf einzuschlafen. Als ich zurückkehre, ist Anja schon aus dem Wasser. Denn nun wird es auch schon wieder Zeit, auf das Schiff zurückzukehren, die Rückfahrt steht an. Die Zeit hat also gerade so gereicht und wir sind froh, diese Tour gewählt zu haben, da andere Touren noch weniger Stunden am Riff verbringen. Hier hatten Anja und ich angemessen Zeit, die Unterwasserwelt auf eigene Faust zu erkunden, während Nicolas nicht einfach nur rumsitzen musste, sondern zweimal U-Boot fahren konnte. So einfach und gleichzeitig spannend mit Baby hatten wir uns das nicht vorgestellt, es ist also super gelaufen, wie wir finden.

Wieder zurück in Port Douglas, gehen wir noch in ein kleines Café, das wir gestern entdeckt hatten, bevor wir zum Camping Platz zurückkehren und zufrieden unsere letzte Nacht in Port Douglas verbringen.

 

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