Tag 45: Paradise am Wasser

 

‚Surfers Paradise‘, der Name verspricht viel, zumal der Ort an der ‚Gold Coast‘ liegt. Weniger klangvoll ist der Name der Hauptstadt von Queensland: ‚Brisbane‘. Beide Städte besuchen wir heute.

Nachdem wir aus dem schönen Campingplatz ausgecheckt haben, fahren wir weiter die ‚Esplanada‘ der Gold Coast nach Norden, um die heimliche Hauptstadt der tausende von Surfern anziehenden Küste zu besuchen: Surfers Paradise.

Ohne das Wasser und die Wellen beurteilen zu können, sind wir rein vom Stadtbild sehr enttäuscht. Es ist der Höhepunkt dessen, was sich beim Vorbeifahren an den gut besuchten Stränden der Gold Coast schon angedeutet hat: kein verträumt unkommerzielles Küstenstädtchen mehr, hier stehen stattdessen Hotel-Hochhäuser Reih und Glied. Und diese brauchen sich an Anzahl und Höhe nicht vor denen Melbournes, Sydneys oder Brisbanes verstecken. Surfers Paradise kommt gar die Ehre zu Teil, das aktuell (2015) höchste Hochhaus Australiens im Stadtbild tragen zu dürfen.

Anja und ich sind nicht begeistert und machen uns schnell weiter gen Norden in Richtung Brisbane. Die Stadt hat mit 1,5 Mio Einwohnern etwa die Größe Münchens. Alter und Entstehungsgeschichte sind allerdings denkbar unterschiedlich: Brisbane wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet als Ort, der die besonders gefährlichen Gefangenen aus der Häftlingskolonie Sydney aufzunehmen sollte. Schnell wuchs die Stadt und als Queensland später gegründet wurde, war Brisbane als damals schon größte Siedlung schnell als Hauptstadt gesetzt. Von Sydney und Melbourne in der Vergangenheit häufig verspottet, hat sich Brisbane mittlerweile zur Boomtown entwickelt.

Wir folgen dem Ratschlag unseres Reiseführers und fahren zum Südufer des Flußes ‚Brisbane‘. Die Parkplatzsuche gestaltet sich mit unserem langen Camper, der zudem aufgrund seiner Höhe nicht in Parkhäuser reinkommt, recht schwierig. Letztlich haben wir aber Glück und finden einen Parkplatz gleich an besagtem Südufer, der South Bank von Brisbane. Diese ist aufwendig angelegt und wie zuvor in Melbourne, hat man von hier einen schönen Blick auf die Skyline der Stadt. Hier gibt es nette Cafès, einen wirklich kreativen Abendteuerspielplatz, ein Stück Regenwald und einen Tempel aus Nepal. Vor allem aber eine kostenlose Freibadanlage, bestehend aus einem großen Swimming Pool mit Palmen, einem herangetragenen Sandstrand mit Süßwasser und einem ruhigen, künstlichen Flusslauf, der sowohl zum Kinder-Plantschen als auch zum barfuß Durchlaufen einlädt. Sehr geglückt und bestimmt den Freizeitwert dieser Stadt erhöhend.

Wir trinken hier Kaffee und fahren zwei Stunden später Maut-vermeidend auf kleinen Straßen aus der Stad heraus, weiter nach Norden. Brisbane bleibt uns nach unserem Kurzbesuch sehr positiv in Erinnerung.

Auf der Fahrt beschließen wir doch nicht wie kurzfristig angedacht in den ‚Australia Zoo‘ zu gehen. Er wurde von Steve Irwin gegründet, der durch seine Tierfilme national und international sehr bekannt wurde und gilt als einer der interaktivsten Zoos der Welt. Aber es ist mittlerweile früher Nachmittag und die engen Öffnungszeiten hätten bedeutet, dass wir den Zoo nicht so genießen können, wie wir das gerne gemacht hätten. So haben wir nun ein paar Stunden übrig… Zuerst biegen wir nach Osten ab, in der Hoffnung in der Stadt ‚Redcliff‘ spontan eine Fähre zum nah liegenden ‚Moreton Island‘ nehmen zu können. Auf Moreton Island werden in der Abenddämmerung regelmäßig auftauchende wilde Delphine gefütttert. Es stellt sich aber heraus, daß während früher Fähren zwischen Redcliff und der Insel verkehrten, dies nun nicht mehr der Fall ist und wir bis Brisbane zurückfahren hätten müssen. So entscheiden wir uns die Zeit zu nutzen, um so nah wie möglich an ‚Hervey Bay‘ heran zu kommen und morgen Whale Watching zu fahren.

Wir schaffen es bis Maryborough auf einen Campingplatz, der sehr sich selbst überlassen ist mit alternativen Dauercampern, spinnen- und schlangenfreundlichem Untergrund aus trockenen Blättern, Zweigen und Erde und keinem Trinkwasser aus den  Wasserhähnen am Stellplatz. Wir beschliessen, erst wieder einen Fuß vor den Camper zu setzen, wenn es morgen wieder hell wird.

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