Tag 51: Regen im Regenwald

 

Heute wollen wir die ‚Atherton Tablelands‘ besichtigen. Dieser Nationalpark beherbergt noch zahlreiche Flächen von alten Regenwäldern, die der landwirtschaftlichen Nutzung wie Zuckerrohr-, Tee- und Kaffeeanbau und Rindern trotzen konnten, viele Wasserfälle, spannende Kraterseen, einzigartige Baum-Kängurus und mehr. Doch der Regenwald heißt hier nicht umsonst Regen-Wald.

Der Himmel war bedeckt, als die Sonne letzte Nacht unterging und in der Nacht hatte es ein paar Mal geregnet. Während wir uns fertig machen und Nicolas in der eigens für diese Zwecke installierten Wanne im Campingplatz-Waschhaus ein Bad nimmt, bleibt es zwar trocken, als wir losfahren, setzt der Regen jedoch wieder ein. Dies ist ein Rhythmus, der uns den ganzen Tag begleitet, zum Glück aber werden die Trockenperioden dabei immer länger.

Auf der Straße in den National Park hinein gibt es ein paar wenige View Points, die uns einen Einblick in die ansonsten dichten Regenwaldflächen erlauben. Wir steuern zuerst den ‚Waterfall Circuit‘ an und werden von einer Gruppe überrascht, die gerade unter einem der Wasserfälle badet. An dieser speziellen Stelle ist das nichts außergewöhnliches, bei den aktuellen Außentemperaturen und den Äusserungen der Badenden, dass die Wassertemperatur ‚a new level of cold‘ darstelle, aber nichts für uns.

Im Städtchen Malanda, das mitten in den Atherton Tablelands liegt, steuern wir die sehr schön gestaltete Besucher-Information an, die dafür bekannt ist, dass sich in den sie umstehenden Bäumen oft die wundersamen Baum-Kängurus tummeln. Leider sehen wir diese nur auf Prospekten. Hier erfahren wir aber das erste Mal, dass es in der Umgebung tatsächlich Campingplätze gibt, die Kinder verbieten, da sie für ihre Besucher eine ‚besondere Atmosphäre‘ generieren wollen, die mit möglichem Kindergeschrei anscheinend nicht kompatibel ist…

Von hier geht es weiter zum ‚Eacham‘ Kratersee, denn von hier startet eine wunderschöne Straße durch einen kleinen Teil des Regenwalds. Wow, wir fahren nur sehr langsam, um so viel wie möglich zu genießen. Nach dem Ende der Straße kommen wir zum ‚Curtain Fig Tree‘. Hierbei handelt es sich um einen Baum, der durch eine Würgefeige ums Leben kam und umstürzte. Statt komplett umzufallen, ist er jedoch gegen einen gesunden Baum gekippt, so daß das dichte Geflecht der hunderten von Luftwurzeln der Feige – jede einzelne Wurzel oft selbst so dick wie ein Baumstamm – nun wie ein riesiger Vorhang aussehen.

Weiter nach Norden wird es nun unspektakulärer und wir freuen uns auf einen leckeren Kaffee in Mareeba, der Stadt im Norden der Tablelands. Als wir dieses erreichen, ist es 15:45 Uhr und wir fahren direkt zu ‚Coffee Works‘, einem Café, in dem man auch den Produktionsprozess gezeigt bekommen und man Kaffee sommelieren kann. Auch der dazugehörige Shop ist wunderschön. Wir sind also recht enttäuscht, als wir erfahren, dass bereits um 16:00 Uhr geschlossen wird.

Einen Kaffee so schnell hinunterkippen, wollen wir nicht und so fahren wir weiter und holen uns Kaffee und Gebäck woanders im Ort. Danach geht es in Serpentinen mit toller Aussicht die Bergekette hinter Mount Molloy hinunter nach Port Douglas an der Ostküste, das wir bei Dämmerung erreichen. Wir wählen einen Camping-Platz und holen uns bei den sehr netten Betreibern fundierte und wichtige Informationen zu sowohl dem ‚Daintree Rainforest‘ als auch dem ‚Great Barrier Reef‘. So können wir gut unsere nächsten Tage bis zur Rückgabe des Wagens in Cairns planen. Voller Vorfreude auf den Beginn des vorletzten Kapitels unserer Reise legen wir uns diese Nacht schlafen.

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