Tag 38: Wir sind umzingelt

Vom kleinen Phillip Island geht es heute in den nahen ‚Wilsons Promontory‘ National Park, wo uns ein quietschender Strand am Tag und hungrige Wombats bei Nacht erwarten.

Heute morgen weckt uns nicht der Wecker, sondern die Kälte im Camper. Das Thermometer im Camper (!) in der Früh zeigt 10° Celsius an. Während das für uns nur sehr, sehr ungemütlich ist, machen wir uns ehrlich Sorgen um Nicolas, der in seinem Bett über uns schläft. So sehr, dass wir ihn am frühen Morgen zu uns ins Bett runter holen. Nicolas ist aber trotz kalter Hände happy und die Duschen sind zum Glück warm.

Anja hat nun das erste Mal das Steuer des Campers übernommen. Die Fahrt zum ‚Wilsons Promontory‘ National Park ist sehr schön, wir kommen durch hügelige Landschaften und kleine Dörfer. Als wir mittags am Parkeingang ankommen, beschließen wir, direkt zum Hauptort ‚Tidal River‘ zu fahren, nicht aber ohne an zwei View Points entlang der Strecke zu halten, die alle tolle Ausblicke auf die naturbelassene Landschaft am südlichsten Punkt Australiens und auf das Meer bieten.

In Tidal River gehen wir direkt zur Information und erhalten wieder hilfreiche Tipps, welche Wanderungen geeignet seien, den Park am besten an einem Nachmittag mit Baby zu erleben. Wir folgen dem Rat, zum Squeaky Beach zu wandern. Der mittellange, einfach zu gehende Weg ist sehr abwechslungsreich und wunderschönn: Von Flußlandschaft und Wäldern über einen Bergkamm zur Felsküste und schließlich zum Squeaky Beach. Hier quietscht der Sand tatsächlich, wenn man darauf läuft. Es ist traumhaft hier und wir sind die einzigen Besucher, also bleiben wir ein wenig. Nicolas teilt Anjas Verlangen, an jedem Strand sofort Schuhe auszuziehen und zumindest mit den Füßen ins Wasser zu gehen, leider überhaupt nicht. Der ersten kleinen Welle, die seine dicken Babyfüße nass macht, folgt eine unerwartet grosse Welle des Weinens. Vielleicht steckt ja doch keine Wasserratte in ihm. An die Felsen vor dem Sandstrand klatschen tosend die Wellen. Wir warten auf die perfekte Welle für ein Foto.

Auf dem Rückweg können wir nicht anders, als uns wie in einer mitteleuropäischen Zoohandlung zu fühlen. Die Lieder der für uns so exotischen Vögel erreichen hier ein Crescendo wie selten zuvor auf unserer Reise. Wieder sehen wir Kakadus, aber auch wunderhübsche, kleinere, rote und grüne Papageien sind dabei und viele andere uns vollkommen unbekannte Vogelarten, die wir zwar nicht alle sehen, aber hören. Im letzten Abschnitt stoßen wir sogar auf wilde Wallabis, die friedlich im Wald grasen. Super!

Als wir am Camper ankommen, ist es schon zu spät um weiterzufahren. Wir beschliessen, gleich in Tidal River zu campen. Da wir es mal wieder müssen, waschen wir heute abend. Als wir am Abend vom Camper Richtung Waschhaus gehen, finden wir unser Fahrzeug umzingelt von mehreren grasenden Wombats. Die gemütlich wirkenden Tiere lassen sich von uns nicht stören und am Morgen sind sie auch schon wieder weg.

Diese Nacht lernen wir aus der vorherigen und nutzen zusätzlich die mitgelieferten Fleecedecken und Nicolas bekommmt eine weitere Schicht angezogen.

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