Tag 47 – 4:00 Uhr Mittags am Broken River

 

Ein weiterer Fahrtag, diesmal mit dem Ziel, den ‚Eungela‘ National Park noch weit vor Dämmerung zu erreichen, da hier ab 16:00 Uhr Schnabeltiere in freier Wildbahn beobachtet werden können.

Da wir gestern unseren Campingplatz erst nach Ladenschluss bei Dunkelheit erreicht haben, müssen wir uns heute morgen nachträglich anmelden und bezahlen. Wir stehen daher sehr früh auf, damit wir, sobald die Rezeption offen ist dies tun und losfahren können. Die Eile ist geboten, damit wir früh genug im Eungela National Park am ‚Broken River‘ sein wollen, um in der Dämmerung Schnabeltiere (Platypen) zu beobachten.

Auf der Fahrt fallen uns schon bald die sehr vielen toten Kängurus und Wallabis auf, die trauriger Weise den Straßenrand säumen. Wir hören bei über 200 auf zu zählen. Bei einer Zählstichprobe kamen wir auf 20 tote Beuteltiere auf 5 Kilometern.

Je näher wir dem Eungela National Park kommen, umso tiefer dringen wir in die Zuckerrohranbaugegend Australiens vor und die Berge am Horizont werden immer größer. Unsere Karten App auf unseren Smartphones hat für uns den direktesten Weg herausgesucht. Das ist im Grunde ja richtig so, kurz vor dem Park führt dieser aber über unbefestigte Straßen. Da wir unser gemietetes Auto so wenig wie möglich beanspruchen wollen, fahren wir hier so langsam, dass der Umweg sehr wahrscheinlich schneller gewesen wäre.

Schließlich erreichen wir aber doch ‚Finch Hatton‘, das buchstäblich am Fuße des National Parks liegt. Ein kurzer Besuch in der Information und wir wissen im Detail, wie und wo wir weiter müssen, nämlich eine sehr kurvige, laut unserem Reiseführer ‚unforgettably steep‘ Straße die Berge hinauf. Sobald diese gemeistert ist, befindet man sich schon mitten im Eungela National Park. Noch ein kurzes Stück weiter und wir erreichen den ‚Broken River‘, einen wunderschönen Fluß, den ein kurzer Weg säumt, der drei Platypus View Points verbindet. 

Wir sind um 16:00 Uhr am ersten Aussichtspunkt und warten ein wenig. Nachdem sich nichts tut, laufen wir zu den weiteren Punkten. Auch hier ist erstmal nichts zu sehen, so dass wir von nun an regelmäßiger den Standort wechseln und uns mit den anderen Wartenden austauschen. Auf allen Schildern wird man zur Stille und Geduld aufgerufen, da Schnabeltiere sehr scheue Gesellen sind, so dass wir alle nur flüsternd kommunizieren. Auch Nicolas leistet seinen Beitrag und schläft beinahe die ganze Zeit. Ab 17:30 Uhr wird das erste Schnabeltier gesichtet und es dauert nicht lange und wir sehen auch das für uns erste wilde Schnabeltier. Super! Wir bleiben noch ein wenig und beobachten die wundersamen Tiere.

Dadurch wird es aber zu spät, noch viel weiter als zum nächsten Campingplatz zu fahren. Doch dieser ist ein wahrer Glücksgriff, denn er bietet einen traumhaften Blick über das von be-regenwaldeten Bergen gesäumte ‚Pioneer Valley‘. Er wird geleitet von einem sehr netten älteren Paar. Da wir mit einem anderen  Camper die einzigen Gäste sind, gehören uns die Sanitäranlagen inklusive Waschmaschine soviel wie alleine und wir nutzen das.

Ein Gedanke zu „Tag 47 – 4:00 Uhr Mittags am Broken River

  1. Ist das, was da im Wasser schwimmt ein Schnabeltier? Gibt es von denen auch Märchen? Hab noch nie von so was gehört, dabei werde ich diesen Monat 71

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